Photovoltaik im Winter: Wie viel Strom produziert eine Solaranlage?

Photovoltaik im Winter: Wie viel Strom produziert eine Solaranlage?

Im Sommer liefert eine Photovoltaikanlage an sonnigen Tagen oft mehr Strom, als ein Haushalt unmittelbar verbrauchen kann. Doch sobald die Tage kürzer werden, sinkt die Produktion deutlich. Im Dezember oder Januar zeigt der Wechselrichter manchmal nur einen Bruchteil der gewohnten Sommerwerte an. Da stellt sich schnell die Frage: Wie viel Strom erzeugt Photovoltaik im Winter eigentlich noch?

Die gute Nachricht: Solarmodule funktionieren auch bei niedrigen Temperaturen, Bewölkung und sogar bei Frost. Entscheidend ist nicht die Wärme, sondern das verfügbare Sonnenlicht. Allerdings ist die Sonneneinstrahlung in Deutschland während der Wintermonate erheblich geringer als im Sommer.

Wie stark der Ertrag zurückgeht, hängt unter anderem von deinem Standort, der Ausrichtung der Module, dem Neigungswinkel und möglichen Verschattungen ab. Auch Schnee und das Wetter beeinflussen die Stromproduktion.

In diesem Ratgeber erfährst du, wie viel Strom eine Solaranlage im Winter erzeugen kann, welche Erträge im Dezember und Januar realistisch sind und ob ein Batteriespeicher dabei hilft, den Winterstrombedarf zu decken. Konkrete Beispielrechnungen für Photovoltaikanlagen mit 5, 10 und 15 kWp zeigen dir, mit welchen Größenordnungen du rechnen kannst.

Funktioniert Photovoltaik auch im Winter?

Ja, eine Photovoltaikanlage funktioniert grundsätzlich während des gesamten Jahres. Solarmodule benötigen Sonnenlicht, um elektrische Energie zu erzeugen. Eine hohe Außentemperatur ist dafür nicht erforderlich.

Wenn Licht auf die Solarzellen trifft, werden darin elektrische Ladungsträger angeregt. Dadurch entsteht elektrischer Gleichstrom, der anschließend vom Wechselrichter in nutzbaren Wechselstrom umgewandelt wird.

Dieser Prozess funktioniert auch bei niedrigen Temperaturen.

Tatsächlich profitieren viele kristalline Silizium-Solarmodule elektrisch von kühleren Zelltemperaturen. Bei gleicher Sonneneinstrahlung können sie an einem kalten Tag effizienter arbeiten als bei großer Hitze.

Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Anlage im Winter automatisch mehr Strom produziert. Denn während der kalten Jahreszeit steht deutlich weniger Sonnenenergie zur Verfügung.

Der geringere Winterertrag entsteht hauptsächlich durch die kürzeren Tage, den niedrigeren Sonnenstand und häufige Bewölkung – nicht durch die Kälte selbst.

Wenn du genauer verstehen möchtest, wie aus Sonnenlicht elektrischer Strom entsteht, findest du die technischen Grundlagen in unserem Artikel über den Aufbau und die Funktionsweise von Solarzellen.

Warum produziert eine Solaranlage im Winter weniger Strom?

Der starke Unterschied zwischen Sommer- und Winterertrag lässt sich durch mehrere Faktoren erklären.

1. Kürzere Tage

Im Dezember scheint die Sonne in Deutschland wesentlich kürzer als im Juni. Selbst bei wolkenlosem Himmel steht den Solarmodulen dadurch weniger Zeit für die Stromproduktion zur Verfügung.

Während ein Sommertag viele Stunden mit nutzbarer Sonneneinstrahlung bieten kann, beschränkt sich die Produktion im Winter häufig auf ein vergleichsweise kurzes Zeitfenster.

2. Niedriger Sonnenstand

Im Winter steht die Sonne deutlich tiefer über dem Horizont.

Bei einer typischen Dachanlage mit einer Neigung von ungefähr 30 bis 35 Grad treffen die Sonnenstrahlen deshalb oft unter einem weniger günstigen Winkel auf die Modulfläche als während der Sommermonate.

Der flachere Einfallswinkel kann die nutzbare Einstrahlung reduzieren.

Außerdem werden durch den niedrigen Sonnenstand häufiger Schatten von Bäumen, Nachbargebäuden, Schornsteinen und anderen Hindernissen auf die Module geworfen.

3. Häufige Bewölkung und Nebel

Eine Photovoltaikanlage benötigt nicht zwingend direkte Sonneneinstrahlung. Auch diffuses Tageslicht kann Strom erzeugen.

Allerdings ist die verfügbare Strahlungsenergie bei dichter Bewölkung deutlich geringer.

An einem trüben Wintertag kann die Stromproduktion deshalb auf einen kleinen Teil des Ertrags eines klaren Tages sinken.

4. Schnee auf den Solarmodulen

Eine geschlossene Schneeschicht verhindert, dass ausreichend Licht auf die Solarzellen trifft.

Je nach Dicke und Beschaffenheit der Schicht kann der Stromertrag erheblich zurückgehen oder vorübergehend nahezu vollständig ausfallen.

Bei steil montierten Modulen rutscht Schnee häufig von selbst ab. Auf flach geneigten Dächern kann er dagegen länger liegen bleiben.

5. Verschattung

Schatten haben im Winter oft einen größeren Einfluss als im Sommer.

Ein Baum, der eine Solaranlage im Juni kaum beeinträchtigt, kann im Dezember über längere Zeit Schatten auf die Module werfen.

Wie stark sich eine teilweise Verschattung auf den Ertrag auswirkt, hängt von der Modulverschaltung, der Wechselrichtertechnik und den vorhandenen Bypassdioden ab.

Photovoltaik Winter Ertrag: Wie viel Strom ist realistisch?

Der jährliche Stromertrag einer Photovoltaikanlage wird üblicherweise in Kilowattstunden angegeben.

Für die Vergleichbarkeit unterschiedlicher Anlagengrößen ist der spezifische Ertrag interessant. Er beschreibt, wie viele Kilowattstunden eine Anlage pro installiertem Kilowattpeak erzeugt.

Bei einer gut ausgerichteten Anlage in Deutschland können langfristig ungefähr 850 bis 1.100 Kilowattstunden pro Kilowattpeak und Jahr erreicht werden. Je nach Region, Ausrichtung, Verschattung und technischen Verlusten sind auch niedrigere oder höhere Werte möglich.

Der größte Teil dieser Stromproduktion entfällt auf das Frühjahr, den Sommer und den frühen Herbst.

Während der drei Monate Dezember, Januar und Februar entstehen bei vielen typischen Dachanlagen nur ungefähr 8 bis 15 Prozent des Jahresertrags. Der genaue Anteil hängt stark vom Standort und der Ausrichtung ab.

Das klingt zunächst wenig. Allerdings wird der überwiegende Teil des Solarstroms in Deutschland tatsächlich während der helleren Jahreszeit erzeugt.

Photovoltaik Ertrag pro Monat: Beispiel für eine 10-kWp-Anlage

Wie unterschiedlich sich die Solarproduktion über das Jahr verteilt, zeigt eine beispielhafte Berechnung für eine Photovoltaikanlage mit 10 kWp Leistung.

Wir nehmen einen jährlichen Gesamtertrag von 10.000 Kilowattstunden an. Die Anlage ist nach Süden ausgerichtet, besitzt eine übliche Dachneigung und wird nicht wesentlich verschattet.

Die folgende Tabelle zeigt eine plausible, vereinfachte Monatsverteilung. Es handelt sich nicht um gemessene Werte oder eine standortgenaue Prognose.

Monat Beispielhafter Stromertrag Anteil am Jahresertrag
Januar 300 kWh 3 %
Februar 500 kWh 5 %
März 900 kWh 9 %
April 1.100 kWh 11 %
Mai 1.200 kWh 12 %
Juni 1.300 kWh 13 %
Juli 1.300 kWh 13 %
August 1.200 kWh 12 %
September 1.000 kWh 10 %
Oktober 700 kWh 7 %
November 300 kWh 3 %
Dezember 200 kWh 2 %
Gesamt 10.000 kWh 100 %

In diesem Rechenbeispiel erzeugt die Solaranlage zwischen Dezember und Februar insgesamt 1.000 Kilowattstunden Strom.

Das entspricht zehn Prozent des angenommenen Jahresertrags.

Im Juni entstehen dagegen allein 1.300 Kilowattstunden und damit mehr als in den drei Wintermonaten zusammen.

Wichtig: Die tatsächlichen Monatswerte können erheblich von dieser Beispielverteilung abweichen. Ein besonders sonniger Februar kann höhere Erträge liefern als ein ungewöhnlich trüber März. Für eine belastbare Berechnung solltest du standortbezogene Einstrahlungsdaten verwenden.

Wie viel Strom produziert eine 5-kWp-Solaranlage im Winter?

Eine Photovoltaikanlage mit fünf Kilowattpeak ist für kleinere Dachflächen oder Haushalte mit begrenztem Platzangebot eine mögliche Größenordnung.

Wenn wir dieselben Bedingungen wie in der vorherigen Beispielrechnung annehmen, ergibt sich ein jährlicher Stromertrag von ungefähr 5.000 Kilowattstunden.

Die Winterproduktion könnte dann ungefähr folgendermaßen aussehen:

Monat Beispielhafter Ertrag bei 5 kWp
Dezember 100 kWh
Januar 150 kWh
Februar 250 kWh
Winter gesamt 500 kWh

Im Dezember wären das durchschnittlich ungefähr 3,2 Kilowattstunden pro Tag.

Dieser Durchschnitt sagt jedoch wenig über die Produktion an einem einzelnen Tag aus. Bei dichter Bewölkung können die Werte deutlich darunterliegen. An einem sonnigen Wintertag sind wesentlich höhere Erträge möglich.

Für die Versorgung eines Haushalts kann eine 5-kWp-Anlage im Winter deshalb durchaus einen Beitrag leisten. Eine vollständige Stromversorgung allein durch Photovoltaik ist jedoch normalerweise nicht zu erwarten.

Wie viel Strom produziert eine 10-kWp-Photovoltaikanlage im Winter?

Eine 10-kWp-Anlage gehört zu den häufig anzutreffenden Größenordnungen bei Photovoltaikanlagen auf Einfamilienhäusern.

Unter den angenommenen Bedingungen ergibt sich für die Wintermonate folgende Verteilung:

Monat Beispielhafter Ertrag bei 10 kWp
Dezember 200 kWh
Januar 300 kWh
Februar 500 kWh
Winter gesamt 1.000 kWh

Im Januar entspricht das durchschnittlich ungefähr 9,7 Kilowattstunden pro Tag.

Diese Strommenge kann einen erheblichen Teil des täglichen Haushaltsstromverbrauchs abdecken, wenn die Energie zum passenden Zeitpunkt genutzt oder kurzfristig gespeichert wird.

Allerdings produziert eine Photovoltaikanlage nachts keinen Strom. Selbst bei einer rechnerisch ausreichenden Tageserzeugung bleibt deshalb häufig Netzstrombedarf bestehen.

Wie viel Strom produziert eine 15-kWp-Solaranlage im Winter?

Bei größeren Dachflächen kann eine Photovoltaikanlage mit 15 kWp installiert werden.

Eine höhere Modulleistung sorgt unter vergleichbaren Bedingungen auch im Winter für eine entsprechend höhere Stromproduktion.

Bei einer linearen Übertragung unserer Beispielwerte ergibt sich folgende Rechnung:

Monat Beispielhafter Ertrag bei 15 kWp
Dezember 300 kWh
Januar 450 kWh
Februar 750 kWh
Winter gesamt 1.500 kWh

Die größere Anlage erzeugt damit deutlich mehr Winterstrom als eine kleinere Photovoltaikanlage.

Besonders interessant kann dies für Haushalte mit einer Wärmepumpe oder einem Elektroauto sein.

Allerdings ist der Strombedarf solcher Verbraucher häufig gerade im Winter hoch. Eine größere Photovoltaikanlage verbessert die Versorgung, garantiert aber keine vollständige Unabhängigkeit vom Stromnetz.

Photovoltaik im Dezember: Warum ist der Ertrag besonders niedrig?

Der Dezember gehört in Deutschland normalerweise zu den ertragsschwächsten Monaten für Photovoltaik.

Rund um die Wintersonnenwende sind die Tage besonders kurz. Gleichzeitig erreicht die Sonne nur eine geringe Höhe über dem Horizont.

Wenn zusätzlich dichte Wolken, Nebel oder Schnee auftreten, reduziert sich die verfügbare Sonnenenergie erheblich.

Für eine typische Dachanlage kann der Dezember deshalb lediglich einen kleinen einstelligen Prozentanteil des Jahresertrags liefern.

Das bedeutet jedoch nicht, dass deine Solaranlage schlecht arbeitet.

Ein geringer Dezemberertrag ist in Deutschland zunächst ein normaler saisonaler Effekt.

Um zu beurteilen, ob deine Anlage ordnungsgemäß funktioniert, solltest du die Werte möglichst mit früheren Dezembermonaten oder mit vergleichbaren Anlagen am selben Standort vergleichen.

Photovoltaik im Januar: Wird der Ertrag wieder besser?

Nach der Wintersonnenwende werden die Tage langsam wieder länger.

Dadurch verbessert sich grundsätzlich auch die verfügbare Sonneneinstrahlung.

Ob deine Solaranlage im Januar tatsächlich mehr Strom produziert als im Dezember, hängt jedoch stark von der Witterung ab.

Ein sonniger, kalter Januar kann gute Erträge liefern. Bei anhaltendem Hochnebel oder einer geschlossenen Schneedecke kann die Produktion dagegen sehr gering bleiben.

Besonders ab Februar und März steigen die durchschnittlichen Erträge häufig deutlich an.

Der Übergang vom Winter zum Frühjahr ist deshalb für Photovoltaikbetreiber meist gut an den steigenden Produktionswerten erkennbar.

Photovoltaik bei Schnee: Muss man Solarmodule räumen?

Schnee kann den Stromertrag stark reduzieren, wenn er die Moduloberfläche bedeckt.

Deshalb stellt sich im Winter häufig die Frage, ob Solarmodule von Schnee befreit werden sollten.

Bei steileren Dachflächen rutscht Schnee unter geeigneten Bedingungen häufig von selbst ab. Auf flachen Modulen bleibt er möglicherweise länger liegen.

Dennoch ist eine manuelle Schneeräumung nicht immer sinnvoll.

Gerade im Dezember und Januar ist der potenzielle zusätzliche Ertrag oft vergleichsweise gering. Dem stehen Risiken durch Arbeiten auf glatten oder verschneiten Dächern gegenüber.

Du solltest niemals wegen einiger zusätzlicher Kilowattstunden auf ein vereistes Dach steigen.

Auch das Abschaben von Schnee mit harten Werkzeugen ist problematisch. Dabei können Glasoberflächen, Rahmen oder andere Komponenten beschädigt werden.

Wenn eine Schneeräumung aus besonderen Gründen notwendig erscheint, sollte sie unter sicheren Bedingungen durch geeignete Fachkräfte erfolgen.

Können Solarmodule durch Schnee beschädigt werden?

Photovoltaikmodule werden für bestimmte mechanische Belastungen ausgelegt und geprüft.

Dennoch gibt es Grenzen. Besonders in schneereichen Regionen müssen die örtlichen Schneelasten bereits bei der Planung berücksichtigt werden.

Hohe Schneemengen und ungünstige Lastverteilungen können die Unterkonstruktion und die Module beanspruchen.

Bei einer fachgerecht geplanten Anlage sollte die Konstruktion auf die zu erwartenden Belastungen abgestimmt sein.

Arbeitet Photovoltaik bei Kälte besser?

Photovoltaikmodule besitzen einen sogenannten Temperaturkoeffizienten.

Dieser beschreibt unter anderem, wie sich ihre elektrische Leistung verändert, wenn die Zelltemperatur steigt oder sinkt.

Bei vielen kristallinen Siliziummodulen liegt der Temperaturkoeffizient der maximalen Leistung ungefähr zwischen minus 0,3 und minus 0,4 Prozent pro Grad Celsius.

Wenn ein Modul deutlich wärmer wird als die standardisierte Bezugstemperatur von 25 Grad Celsius, sinkt seine elektrische Leistung bei gleicher Einstrahlung.

Bei niedrigerer Zelltemperatur kann der Wirkungsgrad dagegen steigen.

Ein klarer, kalter Wintertag kann deshalb durchaus eine hohe momentane Leistung ermöglichen. Entscheidend ist jedoch, dass genügend Sonnenlicht auf das Modul trifft.

Aufgrund der kürzeren Tageslänge bleibt der gesamte Tagesertrag meist trotzdem unter den typischen Sommerwerten.

Welcher Neigungswinkel ist für Photovoltaik im Winter optimal?

Die ideale Modulneigung hängt davon ab, ob du den jährlichen Gesamtertrag oder gezielt die Winterproduktion optimieren möchtest.

Für einen hohen Jahresertrag werden in Deutschland häufig Dachneigungen um 30 bis 35 Grad als günstige Orientierung betrachtet.

Im Winter steht die Sonne allerdings deutlich tiefer.

Deshalb können steiler montierte Module während dieser Jahreszeit Vorteile haben.

Eine Neigung von beispielsweise 50 bis 60 Grad kann die Einstrahlungsbedingungen im Winter verbessern. Die optimale Einstellung hängt jedoch vom geografischen Standort und der Ausrichtung ab.

Auf der anderen Seite kann eine steilere Montage den Sommerertrag reduzieren.

Wer eine Photovoltaikanlage für den ganzjährigen Betrieb plant, sollte deshalb nicht ausschließlich den Winterertrag maximieren.

Ost-West-Ausrichtung oder Südausrichtung?

Eine nach Süden ausgerichtete Anlage erzielt unter günstigen Bedingungen häufig einen hohen jährlichen Stromertrag.

Eine Ost-West-Ausrichtung verteilt die Stromproduktion stärker über den Tag.

Das kann vorteilhaft sein, wenn der Haushalt morgens und nachmittags viel Strom verbraucht.

Für die Winterproduktion ist die genaue Verschattungssituation besonders wichtig. Ein unverschattetes Ost-West-Dach kann unter Umständen sinnvoller sein als eine südlich ausgerichtete Fläche, die im Winter lange im Schatten liegt.

Photovoltaik im Winter optimieren: 7 praktische Tipps

Die kürzeren Tage kannst du nicht verändern. Dennoch gibt es einige Möglichkeiten, den vorhandenen Solarstrom möglichst sinnvoll zu nutzen.

1. Verschattung reduzieren

Prüfe, ob Bäume, Gebäudeteile oder andere Hindernisse die Module im Winter verschatten.

Gerade der tiefe Sonnenstand kann Schatten verursachen, die im Sommer nicht auftreten.

Bei der Planung neuer Anlagen kann eine saisonale Verschattungsanalyse helfen.

2. Den Wechselrichter überprüfen

Wenn deine Anlage ungewöhnlich wenig Strom produziert, solltest du zunächst die angezeigten Betriebsdaten kontrollieren.

Fehlermeldungen, Kommunikationsprobleme oder Ausfälle einzelner Komponenten können zu Ertragseinbußen führen.

Arbeiten an elektrischen Komponenten gehören jedoch in die Hände entsprechend qualifizierter Fachkräfte.

3. Den Eigenverbrauch an die Sonnenstunden anpassen

Im Winter ist die Solarproduktion häufig auf wenige Stunden rund um die Mittagszeit konzentriert.

Wenn möglich, kannst du Waschmaschine, Geschirrspüler oder andere geeignete Verbraucher bewusst während dieses Zeitfensters nutzen.

Dadurch steigt der Anteil des unmittelbar selbst verbrauchten Solarstroms.

4. Einen Energiemanager nutzen

Ein intelligentes Energiemanagementsystem kann elektrische Verbraucher automatisch dann aktivieren, wenn ausreichend Solarstrom verfügbar ist.

Das kann beispielsweise bei der Warmwasserbereitung oder beim Laden eines Elektroautos interessant sein.

Die tatsächliche Ersparnis hängt davon ab, welche Verbraucher vorhanden sind und wie flexibel sie betrieben werden können.

5. Anlage regelmäßig überwachen

Mit einem Monitoring-System kannst du die Stromproduktion über längere Zeiträume beobachten.

Vergleiche die Erträge möglichst mit ähnlichen Wetterbedingungen und entsprechenden Monaten der Vorjahre.

So erkennst du, ob ein ungewöhnlich niedriger Ertrag saisonal bedingt ist oder möglicherweise auf ein technisches Problem hinweist.

6. Verschmutzungen beurteilen

Normale Verschmutzungen werden bei ausreichend geneigten Anlagen häufig durch Regen teilweise abgewaschen.

Bei stärkeren Ablagerungen kann eine professionelle Reinigung sinnvoll sein. Eine regelmäßige Reinigung ohne konkreten Bedarf ist jedoch nicht bei jeder Anlage erforderlich.

Die potenzielle Ertragssteigerung sollte immer gegen die Kosten und Sicherheitsrisiken abgewogen werden.

7. Die Anlage passend dimensionieren

Wenn du möglichst viel Strom selbst erzeugen möchtest, sollte die Photovoltaikanlage nicht ausschließlich auf den Sommerbedarf zugeschnitten sein.

Eine größere Anlage kann auch während der Wintermonate mehr Strom liefern.

Ob sich zusätzliche Module wirtschaftlich lohnen, hängt unter anderem von den Installationskosten, der verfügbaren Dachfläche und dem erwarteten Jahresertrag ab.

Kann ein Batteriespeicher den Winterstrombedarf decken?

Ein Batteriespeicher kann Solarstrom zeitlich verschieben. Er erzeugt aber selbst keine zusätzliche Energie.

Das ist im Winter besonders wichtig.

Wenn deine Solaranlage an einem trüben Dezembertag nur zwei Kilowattstunden Strom erzeugt und dein Haushalt gleichzeitig zehn Kilowattstunden benötigt, kann ein gewöhnlicher Heimspeicher die fehlenden acht Kilowattstunden nicht dauerhaft ausgleichen.

Er kann nur Energie bereitstellen, die zuvor gespeichert wurde.

In den sonnenreichen Monaten hilft ein Batteriespeicher häufig dabei, überschüssigen Tagesstrom am Abend oder in der Nacht zu verbrauchen.

Im Winter entstehen dagegen oft deutlich weniger Überschüsse.

Ein Speicher kann deshalb die Eigenversorgung verbessern, aber normalerweise keine vollständige Winterautarkie gewährleisten.

Warum ein größerer Speicher das Winterproblem nicht automatisch löst

Angenommen, dein Haushalt benötigt täglich 15 Kilowattstunden Strom.

Deine Solaranlage erzeugt an einem bewölkten Wintertag jedoch nur drei Kilowattstunden.

Auch ein großer Batteriespeicher mit 15 Kilowattstunden Kapazität kann diese Lücke nicht dauerhaft schließen, wenn er nicht regelmäßig wieder aufgeladen wird.

Ein großer Akku bietet deshalb nicht automatisch mehr Unabhängigkeit, wenn die Solarstromproduktion während längerer Schlechtwetterphasen gering bleibt.

Weitere Hinweise zur Auslegung findest du in unserem Praxis-Leitfaden zur Planung der eigenen Energieversorgung.

Photovoltaik und Wärmepumpe im Winter: Reicht der Solarstrom?

Die Kombination aus Photovoltaikanlage und Wärmepumpe ist für viele Hausbesitzer interessant.

Eine Wärmepumpe benötigt elektrische Energie, um Umweltwärme für Heizung und Warmwasser nutzbar zu machen.

Die größte Herausforderung liegt in der unterschiedlichen jahreszeitlichen Verteilung von Stromproduktion und Heizbedarf.

Während die Photovoltaikanlage im Sommer besonders viel Energie liefert, benötigt die Wärmepumpe im Winter meist deutlich mehr Strom.

Eine Solaranlage kann deshalb einen Teil des Wärmepumpenstroms bereitstellen. Eine vollständige Versorgung allein durch Solarstrom ist während der kalten Jahreszeit allerdings in den meisten üblichen Wohngebäuden nicht realistisch.

Beispielrechnung für einen Wintertag

Ein Haushalt mit Wärmepumpe benötigt an einem bestimmten Wintertag insgesamt 25 Kilowattstunden Strom.

Die Photovoltaikanlage erzeugt an diesem Tag acht Kilowattstunden.

Wenn die gesamte Solarproduktion im Haushalt genutzt werden könnte, würden rechnerisch noch 17 Kilowattstunden fehlen.

Tatsächlich hängt der Netzstrombedarf zusätzlich davon ab, wann die Energie erzeugt und wann sie verbraucht wird.

Ein Batteriespeicher oder eine intelligente Wärmepumpensteuerung kann helfen, den Eigenverbrauch zu verbessern.

Entscheidend ist jedoch, dass während des Tages genügend Solarstrom zur Verfügung steht.

Kann man Wärme als Energiespeicher nutzen?

Eine interessante Möglichkeit besteht darin, überschüssigen Solarstrom für die Warmwasserbereitung oder eine zeitlich angepasste Wärmeerzeugung zu verwenden.

Ein Pufferspeicher oder die thermische Masse eines Gebäudes kann unter geeigneten Bedingungen Wärme für einen begrenzten Zeitraum bereitstellen.

Dadurch lässt sich ein Teil des Stromverbrauchs in die Sonnenstunden verschieben.

Allerdings sind die Möglichkeiten begrenzt. Übermäßige Speichertemperaturen können die Effizienz der Wärmepumpe verschlechtern und zusätzliche Wärmeverluste verursachen.

Die Steuerung sollte deshalb auf das Heizsystem und den tatsächlichen Bedarf abgestimmt sein.

Photovoltaik im Winter mit Elektroauto: Was ist möglich?

Ein Elektroauto benötigt je nach Modell, Fahrweise und Außentemperatur unterschiedlich viel Energie.

Im Winter kann der Verbrauch durch Heizung, kalte Batterie und ungünstige Fahrbedingungen steigen.

Gleichzeitig erzeugt die Photovoltaikanlage weniger Strom.

Deshalb lässt sich das Elektroauto in den Wintermonaten häufig nur teilweise mit selbst erzeugtem Solarstrom laden.

Wenn du tagsüber zu Hause bist, kann eine intelligente Wallbox helfen, vorhandene Solarüberschüsse zu nutzen.

Bei sehr geringer PV-Leistung ist das Überschussladen jedoch möglicherweise nicht möglich, weil die Mindestladeleistung des Fahrzeugs nicht erreicht wird.

In solchen Fällen kann ein geregelter Ladevorgang mit zusätzlichem Netzstrom sinnvoll sein.

Photovoltaik Ertrag berechnen: So gehst du vor

Wenn du den Winterertrag deiner eigenen Anlage möglichst genau einschätzen möchtest, solltest du eine standortbezogene Ertragsberechnung durchführen.

Dafür benötigst du insbesondere folgende Angaben:

  • Installierte Modulleistung: Die Gesamtleistung deiner Solarmodule in Kilowattpeak.
  • Standort: Die geografische Lage beeinflusst die verfügbare Sonneneinstrahlung.
  • Ausrichtung: Die Orientierung der Module, beispielsweise nach Süden, Osten oder Westen.
  • Neigungswinkel: Die Position der Module gegenüber der Horizontalen.
  • Verschattung: Hindernisse, die insbesondere im Winter Schatten verursachen.
  • Systemverluste: Unter anderem durch Wechselrichter, Leitungen und Temperaturbedingungen.

Mit einem geeigneten Photovoltaik-Ertragsrechner kannst du daraus den erwarteten Jahresertrag und die voraussichtliche Monatsverteilung ableiten.

Die Werte beruhen normalerweise auf mehrjährigen Wetterdaten und sind deshalb als langfristige Erwartungswerte zu verstehen.

Sie sagen nicht zuverlässig voraus, wie sonnig der kommende Dezember tatsächlich wird.

Wie erkennst du, ob deine Solaranlage im Winter richtig arbeitet?

Eine niedrige Stromproduktion im Winter ist zunächst normal. Dennoch kann es sinnvoll sein, bei auffällig geringen Erträgen genauer hinzusehen.

Ein technisches Problem kommt beispielsweise infrage, wenn:

  • Der Wechselrichter eine Fehlermeldung anzeigt.
  • Einzelne Module oder Modulgruppen plötzlich deutlich weniger leisten.
  • Die Produktion auch an klaren Tagen ungewöhnlich gering bleibt.
  • Der Ertrag stark von vergleichbaren Anlagen abweicht.
  • Die Anlage trotz ausreichender Einstrahlung wiederholt ausfällt.

Vor einer technischen Prüfung solltest du die Witterung und mögliche Verschattungen berücksichtigen.

Wenn die Anlage dauerhaft auffällige Werte zeigt, ist eine Überprüfung durch einen qualifizierten Fachbetrieb sinnvoll.

Was bringt eine größere Photovoltaikanlage im Winter?

Eine größere Photovoltaikanlage kann auch bei geringer Sonneneinstrahlung mehr Strom produzieren als eine kleinere Anlage mit vergleichbarer Ausrichtung.

Wenn du die installierte Modulleistung unter gleichen Bedingungen verdoppelst, steigt auch die mögliche Stromproduktion näherungsweise entsprechend an.

Allerdings beseitigt eine größere Anlage nicht die jahreszeitlichen Schwankungen.

Im Sommer entstehen möglicherweise erhebliche Überschüsse, während im Winter weiterhin Netzstrom benötigt wird.

Deshalb sollte die Anlagengröße immer auf Grundlage einer vollständigen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung festgelegt werden.

Berücksichtige dabei sowohl den Eigenverbrauch als auch mögliche Einspeiseerlöse und die zusätzlichen Investitionskosten.

Warum die eigene Solarstromproduktion auch langfristig interessant sein kann, erfährst du in unserem Beitrag über Solarstrom vom eigenen Dach und seinen Beitrag zum Klimaschutz.

Lohnt sich Photovoltaik trotz geringer Wintererträge?

Die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage sollte nicht anhand einzelner Wintermonate beurteilt werden.

Entscheidend ist vielmehr, wie viel Strom sie über das gesamte Jahr erzeugt und welchen wirtschaftlichen Nutzen diese Energie bietet.

Eine Anlage kann trotz geringer Dezembererträge wirtschaftlich sinnvoll sein, wenn sie während der übrigen Monate ausreichend Strom produziert.

Besonders wichtig sind:

  • Die gesamten Anschaffungs- und Installationskosten
  • Der erwartete Jahresertrag
  • Der Anteil des selbst verbrauchten Solarstroms
  • Die eingesparten Strombezugskosten
  • Die geltende Einspeisevergütung
  • Die voraussichtliche Betriebsdauer
  • Wartungs-, Reparatur- und gegebenenfalls Finanzierungskosten

Ein hoher Eigenverbrauch kann die Wirtschaftlichkeit verbessern, weil selbst genutzter Strom den Bezug aus dem öffentlichen Netz ersetzt.

Aber auch die Einspeisung überschüssiger Energie kann wirtschaftlich relevant sein.

Eine Photovoltaikanlage muss nicht in jedem Monat den gesamten Haushaltsbedarf decken, um sich über ihre Lebensdauer zu rechnen.

Photovoltaik im Winter: Häufige Irrtümer

Rund um die Solarstromproduktion in den kalten Monaten halten sich einige Missverständnisse.

Mythos 1: Bei Frost funktionieren Solarzellen nicht

Das ist falsch. Photovoltaikmodule benötigen Sonnenlicht und keine Wärme.

Niedrige Zelltemperaturen können sich bei gleicher Einstrahlung sogar positiv auf die elektrische Leistung auswirken.

Mythos 2: Bei Bewölkung produziert die Anlage keinen Strom

Auch das stimmt nicht. Solarmodule können diffuses Tageslicht nutzen.

Bei dichter Bewölkung sinkt die Produktion allerdings deutlich.

Mythos 3: Mit einem großen Batteriespeicher ist man im Winter unabhängig

Ein Batteriespeicher kann nur Energie abgeben, die zuvor gespeichert wurde.

Wenn die Solaranlage über mehrere Tage kaum Strom erzeugt, kann selbst ein großer Akku den laufenden Bedarf nicht dauerhaft decken.

Mythos 4: Schnee muss immer sofort entfernt werden

Eine Schneeschicht kann den Ertrag reduzieren. Trotzdem ist eine manuelle Räumung häufig nicht notwendig oder wirtschaftlich sinnvoll.

Besonders bei Dachanlagen stehen die Sicherheitsrisiken oft in keinem angemessenen Verhältnis zum möglichen Mehrertrag.

Mythos 5: Eine Photovoltaikanlage lohnt sich nur im Sommer

Der Sommer liefert zwar einen großen Teil der jährlichen Stromproduktion.

Die Wirtschaftlichkeit ergibt sich jedoch aus dem Ertrag über viele Jahre hinweg, nicht allein aus einer bestimmten Jahreszeit.

Fazit: Photovoltaik liefert auch im Winter Strom – aber deutlich weniger

Photovoltaikanlagen funktionieren das ganze Jahr über. Auch bei Frost und niedrigen Temperaturen können Solarmodule zuverlässig Strom erzeugen, sofern genügend Licht vorhanden ist.

In Deutschland fällt die Produktion während der Wintermonate allerdings erheblich geringer aus als im Sommer.

Der niedrige Sonnenstand, die kurzen Tage, häufige Bewölkung und mögliche Verschattungen sind dafür die wichtigsten Ursachen.

Eine typische Photovoltaikanlage erzeugt im Dezember, Januar und Februar häufig nur einen vergleichsweise kleinen Anteil ihres jährlichen Gesamtertrags. Wie hoch dieser genau ausfällt, hängt von Standort, Ausrichtung, Neigung und Witterung ab.

Mit einer größeren Modulfläche, sinnvoller Verbrauchssteuerung und einer gut geplanten Anlagenkonfiguration lässt sich der vorhandene Winterstrom möglichst effizient nutzen.

Ein Batteriespeicher kann dabei helfen, Energie innerhalb eines Tages zu verschieben. Die geringe Solarproduktion während längerer Schlechtwetterphasen kann er jedoch nicht ausgleichen.

Für eine wirtschaftlich sinnvolle Photovoltaikanlage zählt deshalb nicht die maximale Unabhängigkeit im Dezember, sondern eine gut abgestimmte Stromversorgung über das gesamte Jahr.

Wenn du deine Anlage anhand realistischer Jahreserträge planst, den Eigenverbrauch berücksichtigst und die technischen Möglichkeiten richtig einschätzt, kann Photovoltaik auch in Deutschland einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Senkung deiner Stromkosten leisten.

Häufig gestellte Fragen zu Photovoltaik im Winter

Wie viel Strom erzeugt eine Photovoltaikanlage im Winter?
Bei vielen typischen Anlagen in Deutschland entfallen auf Dezember, Januar und Februar ungefähr 8 bis 15 Prozent des Jahresertrags. Die tatsächliche Strommenge hängt von Standort, Modulleistung, Ausrichtung und Wetter ab.
Funktioniert Photovoltaik auch bei Frost und Schnee?
Ja. Solarmodule funktionieren auch bei Frost. Eine geschlossene Schneedecke kann jedoch verhindern, dass genügend Licht auf die Solarzellen trifft, und dadurch die Stromproduktion stark reduzieren.
Wie viel Strom produziert eine 10-kWp-Anlage im Dezember?
Je nach Standort und Wetter sind bei einer gut ausgerichteten Anlage beispielsweise etwa 200 bis 400 Kilowattstunden im Dezember möglich. In einzelnen Jahren können die Werte deutlich abweichen.
Kann man mit Photovoltaik im Winter eine Wärmepumpe betreiben?
Ja, eine Photovoltaikanlage kann auch im Winter Strom für die Wärmepumpe liefern. Meist reicht die Produktion jedoch nicht aus, um den gesamten Heizstrombedarf zu decken. Zusätzlicher Netzstrom bleibt häufig notwendig.
Sollte man Solarmodule im Winter von Schnee befreien?
Normalerweise ist das nicht erforderlich. Schnee rutscht bei geeigneter Dachneigung häufig von selbst ab. Wegen der Unfallgefahr solltest du nicht auf ein verschneites oder vereistes Dach steigen.
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